Ernährung

Pflanzliche Cholesterinsenker | Pflanzliche Sterole & Stanole

Pflanzliche Sterole sind ein natürliches Mittel gegen Cholesterin. Sie sind ein faszinierender Bestandteil der Pflanzen, welche zur Bekämpfung von schlechten Cholesterinwerten und somit auch Herzkrankheiten eingesetzt werden. Sie sind von Natur aus in vielen Lebensmitteln enthalten und werden einigen anderen Lebensmitten zugeführt, um sie gesünder zu machen (beispielsweise Margarine, Orangensaft und Müsli).

In diesem Artikel lernst du, was pflanzliche Sterole sind, wie du sie einsetzten kannst, um deinen Cholesterinspiegel zu verbessern und wie du sie am besten in deine tägliche Ernährung einbauen kannst.

 


 

Was sind pflanzliche Sterole?

 
Was sind pflanzliche Sterole?
 

Pflanzliche Sterole – genauer Phytosterole – sind pflanzliche steroide Bestandteile von Alkohol. Bisher konnte ungefähr 40 verschiedene Pflanzen mit Sterolen (1) und mehr als 200 Formen verwandter Bestandteile in Pflanzen und der Meeresflora (2) gefunden werden.

Der Begriff Stanol (anstatt Sterol) bezeichnet gesättigte Sterole, welche Doppelbindung in ihrer ringförmigen Struktur haben.

In einer vegetarischen Ernährung ist es sogar möglich bis zu 1g pflanzliches Sterol pro Tag aufzunehmen (3).

Die durchschnittliche Aufnahme beträgt jedoch 0,15-0,4g pro Tag (7,10,12-14), wovon 10% aus pflanzlichen Quellen stammen.

 

Pflanzenöl und Fette

 

In den vereinigten Königreichen sind Pflanzenöle, Fette und aus Öl hergestellt Produkte die reichhaltigste Quelle pflanzlicher Sterole (3). Die durchschnittliche tägliche Aufnahme, der am häufigsten vorkommenden Sterole, aus Öl betrug 44% Sitosterol, 54% Stigmasterol und 59% Campesterol (3).

 

Müsli, Getreide und Nüsse

 

Weitere reichhaltigste Quellen für pflanzliche Sterole sind Müsli, Getreide und Nüsse (3). Es lasse sich Sitostanol und Campestanol in Weizen und Rogge finden (9). Brot und Müsli machen sogar ca. 36% der tägliche Sitosterol Aufnahme aus (10).

 


 

Wie können pflanzliche Sterole das Cholesterin beeinflussen?

 
Wie können pflanzliche Sterole das Cholesterin beeinflussen?
 

Es bleibt die Frage offen, was diese pflanzliche Sterole überhaupt machen. Die Antwort kann leicht zusammengefasst werden.

Die aufgenomme Menge pflanzlicher Sterole über die Ernährung korreliert negativ mit der Aufnahme von Cholesterin (Gesamtaufnahme sowie das „schlechte“ LDL Cholesterin) (3).

Zur Erinnerung: je mehr LDL-Cholesterin du zu dir nimmst, desto größer ist das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten sowie Erkrankungen in Bezug auf den Kreislauf (16-17).

Die Verwendung von pflanzliche Sterolen wegen ihrer gesundheitlichen Vorteile hat bereits eine lange Geschichte von über 60 Jahren, denn schon in den 1950er Jahren wurde eine kristallinische Form dieser Sterole verwendet um den Cholesterinspiegel von Individuen mit Problemen zu reduzieren (18-19).

Die Sterole lösen einen Mechanismus aus, der die Aufnahme von Cholesterin durch den Darm verringert. Durch die ähnliche Form von Cholesterin und Sterol, kann das Sterol einen Teil der Aufgabe des Cholesterins – einen Teil der Pakete bilden, die Lipide aus dem Darm in den Zellen transportieren – übernehmen (20-24). Das Sterol nimmt hierbei einfach den Platz des Cholesterins in diesen Paketen ein und das Cholesterin wird folglich als Abfall ausgeschieden.

Weitere Studien aus den 1970er Jahren haben gezeigt, dass Sitostanol und Campestanol diese Aufgabe am effektivsten übernehmen können.

Etwa 20 Jahre nach den ersten Anfertigungen von Sterol Ester und der Entdeckung, dass Sterol die Lipidwerten bei Individuen mit hohem Cholesterinwerten verringern konnte, wurden diese Ester Mayonaisse und Margarine zugeführt und es zeigte sich eine konsistente Reduktion des Cholesterins um 10-15% (25). Dadurch wurde die Forschung wieder voll aufgenommen, wodurch viele verschiedenen Lebensmittel mit zugefügten Sterolen hergestellt, um das Risiko für Herzkrankheiten einzuschränken.

 


 

Antioxidantien?

 
Antioxidantien?
 

Neben den typischen Methoden zur Vorbeugung von kardiovaskulären Erkrankungen wie der körperlichen Aktivität und Cholesterin senkenden Medikamenten, werden auch die positiven Auswirkungen der täglichen Ernährung auf das Risiko einer Erkrankung immer deutlicher. Pflanzliche Sterole spielen deshalb eine große Rolle in den öffentlichen Gesundheitsvorschlägen und -Richtlinien.

Dieser Effekt wird durch die Anti-Oxidanzien dieser pflanzlichen Ernährungsformen noch verstärkt.

Einfluss des Alters

Es sollte beachtet werden, dass die Vorteile pflanzlicher Sterole sich in verschiedenen Altersgruppen unterscheiden.

Die Reduktion von LDL Cholesterin ist bei älteren Leuten höher als bei jüngeren Leuten (3).

Es gibt – bei einer Erhöhung der pflanzlichen Sterole bis zu 2g pro Tag – sogar einen Zusammenhang zwischen der Dosis und der Reaktion des Körpers (3).

Behält man im Hinterkopf, dass die LDL Cholesterinwerte mit dem Alter steigen, zeigen Studien bei der oben genannten Dosis die folgenden Verbesserungen (1):

– Eine 14%-ige Reduktion des LDL Cholesterins für Personen zwischen 50 und 59 Jahren (20-21,27,28)

– Eine 9%-ige Reduktion des LDL Cholesterins für Personen zwischen 40 und 49 Jahren (29-32)

– Eine 11%-ige Reduktion des LDL Cholesterins für Personen zwischen 30 und 39 Jahren (29,31,33,34)

Es ist anzumerken, dass die prozentuale Reduktion in der Gruppe der Personen zwischen 30 und 39 Jahren zwar sehr hoch ist, obwohl der die absolute Reduktion geringer als in der Gruppe der Personen zwischen 40 und 49 Jahren war (denn diese Personen hatten von Anfang an höhere Cholesterinwerte).

Die Erkenntnisse in der Gruppe der Personen zwischen 50 und 59 Jahren kann das Risiko für Herzkrankheiten für 2 Jahre um 25% reduzieren, denn eine 14%-ige Reduktion entspricht einer absoluten Reduktion von 0,5mmol/1 LDL Cholesterin (35).

Interessanterweise tritt die Reduktion des Risikos um 25% auch in jüngeren Gruppen auf, denn obwohl die Reduktion des Cholesterinwertes geringer ausfällt, ist der Zusammenhang in den jüngeren Jahrgängen größer (35).

 

Sicherheit / Nebeneffekte

 

Pflanzliche Sterole sind aufgrund ihrer Struktur eventuell atherogen (genau wie Cholesterin). Allerdings sammeln sie sich nicht im gleichen Maße wie Cholesterin an, denn nur ein geringer Anteil der Sterole wird absorbiert (22,36).

Es konnten keine gefährlichen oder gegensätzlichen Effekte beobachtet werden, obwohl sowohl die isolierten Sterole der Pflanze und die Ester über viele Jahre ausführlich untersucht und analysiert wurden (27,37-38).

Die einzigen angemerkten Nebeneffekte beziehen sich auf die potenzielle reduzierte Fähigkeit fettlösliche Vitamine aufzunehmen und eine Reduktion der Beta-Caroten Konzentration (1). Beispielsweise zeigt sich mit der Reduktion des Cholesterinwertes durch Sterol eine 8%-ige Reduktion der Vitamin E Werte und eine 25%-ige Reduktion der Caroten Werte (28,29,33,39).

Allerdings sind diese Probleme wenig wichtig, denn durch eine simple Erhöhung der Obst- und Gemüseaufnahme können die Effekte ausgeglichen werden (1).

 


 

Take Home Message

 
Take Home Message
 

Beachtet man das steigende Risiko für Herzkrankheiten durch Cholesterin lohnt es sich einen Blick auf die Ernährung und potenzielle Verbesserungen zu werden.

Durch das Hinzufügen von pflanzlichen Lebensmittel und Gemüse und gute Fette in deine Ernährung kannst du den Mengen an aufgenommen pflanzlichem Sterol erhöhen und definitiv das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verringern

Wenn du Obst, Salat und Gemüse nicht magst, wieso versuchst du es dann nicht mit Getreide und Müsli – oder sogar Schalentieren – um mehr dieser herzschützenden Zutat zu bekommen.

Dein Herz wird es dir danken!

Quellen

  1. Law, M., 2000. Plant sterol and stanol margarines and health. Bmj320(7238), pp.861-864.
  1. Akihisa T, Kokke W and Tamura T, Naturally occuring sterols and related compounds from plants, in Physiology and Biochemistry of Sterols. Ed by Patterson GW and Nes WD. American Oil Chemists’ Society, Champaign, IL, pp 172±228 (1991).
  1. Piironen, V., Lindsay, D.G., Miettinen, T.A., Toivo, J. and Lampi, A.M., 2000. Plant sterols: biosynthesis, biological function and their importance to human nutrition. Journal of the Science of Food and Agriculture80(7), pp.939-966.
  2. Nes WR, Multiple roles for plant sterols, in The Metabolism, Structure and Function of Plant Lipids. Ed by Stumpf PK, Mudd BJ and Nes WR. Plenum, New York, pp 3±9 (1987)
  3. Hąc-Wydro, K., Wydro, P., Jagoda, A. and Kapusta, J., 2007. The study on the interaction between phytosterols and phospholipids in model membranes. Chemistry and physics of lipids150(1), pp.22-34.
  4. Dufourc, E.J., 2008. The role of phytosterols in plant adaptation to temperature. Plant signaling & behavior3(2), pp.133-134.
  5. Gylling H and Miettinen TA, Phytosterols, analytical and nutritional aspects, in Functional Foods. A new Challenge for the Food Chemist. Ed by Lasztity R, Pfannhauser W, Simon- Sarkadi L and ToÈmoÈskoÈ zi S. Publishing Company of TUB, Budapest, pp 109 (1999).
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  10. De Vries JHM, Jansen A, Kromhout D, van de Bovenkamp P, van Staveren WA, Mensink RP and Katan MB, The fatty acid and sterol content of food composites of middle-aged men in seven countries. J Food Comp Anal 10:115±141 (1997).
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