Training

Vereinbarkeit von Training und Beruf: Alles eine Sache der Organisation?

Von Annalena Matuschek

Wenn du nicht gerade zu den paar Prozent Profisportlern zählst, welche ihren Lebensunterhalt mit dem Sport verdienen, du aber trotzdem sportliche Erfolge erzielen willst, musst du wohl oder übel dein Training an dein Berufsleben anpassen.

Und vermutlich kennst du ihn dann gut: den Konflikt zwischen Training und Berufsalltag und stellst dir regelmäßig die Frage, wie beides unter einen Hut passt. Vielleicht hast du an dieser Stelle auch bereits resigniert und die Vereinbarkeit von Training und Beruf ist für dich wie Weihnachten und Ostern am selben Tag: schlicht unmöglich.

Oder hast du vielleicht schon Synergie-Effekte entdeckt? Denn wenn du Leistungen im Sport erzielen willst, musst du an deine Grenzen gehen, dir ein klares Ziel vor Augen stellen und deine Emotionen im Griff haben. Und all das hilft dir wiederum im Beruf weiter.

Klingt gut, aber wie genau an die Sache rangehen?

Schritt #1: Was will ich eigentlich? Ziele festlegen!

Schritt #1: Was will ich eigentlich? Ziele festlegen!

Bevor du einen konkreten Plan aufstellen kannst, musst du dir zunächst Gedanken um deine Ziele machen. Hierbei ist es wichtig, einen Mittelweg zu finden zwischen einem Ziel das dich genügend herausfordert, aber auf der anderen Seite nicht so hoch gesteckt ist, dass baldiger Misserfolg dich später demotiviert.

Am besten machst du das nach der SMART-Methode:

– S = Spezifisch: das Ziel so präzise wie möglich beschreiben.

– M = Messbar: das Ziel klar stecken. Ein 5-Kilometer-Lauf in 30min zum Beispiel ist so ein Ziel.

– A = Angemessen und attraktiv: Warum willst du das Ziel erreichen? Willst du dir selbst etwas beweisen oder vielleicht auch anderen? Was erhoffst du dir, wenn du das Ziel erreicht hast?

– R = Realistisch: Wenn du noch nie im Leben einen 10 Kilometer-Lauf absolviert hast, wirst du es vermutlich auch nicht schaffen, in 2 Monaten einen Marathon unter 4 Stunden zu laufen.

– T = Terminiert: setze dir eine klare Terminvorgabe, bis wann das Ziel erreicht werden soll.

Wenn du diese fünf Punkte umgesetzt siehst, solltest du dein Trainingsziel möglichst genau definieren, vor allem auch, was die zeitliche Komponente betrifft.

Schritt #2: Wann will ich das alles erreichen? Zeitplanung!

Schritt #2: Wann will ich das alles erreichen? Zeitplanung!

Bevor du einen Plan aufstellen kannst, solltest du zunächst abschätzen, wieviel Zeit du tatsächlich zur Verfügung hast. Bevor dich diese Frage zu dem Entschluss verleitet, die Zeit werde sowieso hinten und vorne nicht reichen, überlege dir noch einmal sorgfältig, ob dies nicht vielleicht nur eine Ausrede für Leistungen ist, welche in der Vergangenheit nicht erreicht wurden. Mach dir Gedanken über die Zeitfenster deines Tages, über die du selbst bestimmen kannst, und über die Zeiten, über die andere mitbestimmen (feste Termine aus den Lebensbereichen Arbeit, Familie und Hobbies). Die Zeit, die dir ganz alleine gehört ist, kostbar und sollte gut genutzt werden.

Schritt #3: Wie soll das konkret aussehen? Plan aufstellen!

Schritt #3: Wie soll das konkret aussehen? Plan aufstellen!

Wichtig ist zunächst, die Haupttrainingszeiten sowie die Ruhezeiten festzulegen. Trage wichtige berufliche, aber auch private Termine im Trainingsplan ein. Mache dir am besten eine Tabelle mit Spalten, in denen du die Wochentage einträgst und Zeilen, in welchen du die Tageszeiten und Termine einträgst. Sofern du deine Termine selbst planen kannst und nicht an Schichtdienst oder Öffnungszeiten gebunden bist, solltest du die Trainingszeiten als feste Termine in deinen Geschäftskalender eintragen. Solltest du feststellen, dass all deine Tage mit beruflichen Terminen und all deine  Abende mit privaten Terminen voll sind, solltest du vielleicht noch einmal dein Ziel überdenken. Vielleicht gibt es aber noch weitere Alternativen: Kann kann die eine oder andere Mittagspause für eine Cardio-Einheit genutzt werden? Kann bereits vor dem Arbeitstag eine Frühsport–Einheit eingebaut werden? (Du wirst erstaunt sein, wie fit man danach an die Arbeit geht!)  Kann bei ungeschickten Öffnungszeiten deines Studios vielleicht hier und da ein Home-Workout sinnvoll sein?

Wie sagt man so schön: wer will, findet Wege – wer nicht will, findet Ausreden!

Schritt #4: Probier’s aus – Einfach mal starten!

Schritt #4: Probier’s aus - Einfach mal starten!

Probiere es aus, ob du mit dem Plan zurechtkommst. Du wirst schnell merken, wo die Engpässe sind. Wichtig ist dabei: Gib nicht schon nach einer Woche auf! Es dauert Wochen, um etwas zur Gewohnheit werden zu lassen. Und jede große Sache beginnt mit einem kleinen Schritt. So stehen die Chancen nicht schlecht, dass eines Tages der Tag kommt, an dem es für dich selbstverständlich ist, deine Woche montags um 6 Uhr mit einer Trainingseinheit zu starten.

Schritt #5: Fokus anpassen!

Schritt #5: Fokus anpassen!

Lass dich nicht runterziehen, wenn der Plan nicht funktioniert oder dein ursprüngliches Ziel nicht erreicht wird. Überlege, woran es gelegen hat. Vielleicht hast du vergessen, einen wichtigen Faktor einzuplanen? War der Zeitplan zu eng getaktet? Muss das Ziel vielleicht umformuliert werden?

Schritt #6: Plan funktioniert, Ziel erreicht.

Schritt #6: Plan funktioniert, Ziel erreicht.

Glückwunsch! Wenn es dir gelungen ist, deine relativ knapp verfügbare Zeit sinnvoll zu strukturieren und zu nutzen, hast du dir eine klare Win-Win-Situation geschaffen. Du hast dir nicht nur bewiesen, dass du Sport und Berufsleben vereinen kannst, nein, du hast auch gleichzeitig deine Leistungsfähigkeit und Stressresistenz erhöht.

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