Ernährung

Was Alkohol mit unserem Körper anstellt

Viele unserer gesundheitsbewussten Leser, die im Laufe ihrer sportlichen Karriere bereits große Fortschritte erzielt haben, stellen sich immer wieder die Frage, welche Auswirkung der Verzehr von Alkohol auf ihren Körper, ihre Gesundheit und die Leistungsfähigkeit haben kann.

Diesbezüglich gibt es eine riesige Menge an, daher möchten wir uns in diesem (und folgenden) Artikel(n) einmal näher mit Alkohol und seiner Wirkung auf die Körperzusammensatzung, das Gewichtsmanagement sowie Performance und Regeneration befassen.

Erfahre zudem auch, wie du Alkohol in deinen persönlichen und ausgewogenen Lebensstil einbinden kannst, denn mal ehrlich: Wer liebt es nicht, wenn er sich an einem sonnigen Tag mal einen kleinen Cocktail genehmigen kann?

Lies‘ weiter und erfahre, was Alkohol mit unserem Körper anstellt:

Was Alkohol mit unserem Körper anstellt


 

Was ist Alkohol?

Trinkalkohol, also die Form des Alkohols, auf die wir uns in diesem Beitrag beziehen, wird als Ethanol bezeichnet. Ethanol wird durch die Gärung von Zuckern mit Hilfe von Hefe unterschiedlicher Herkunft aus Lebensmitteln hergestellt (z.B. vergären wir Trauben zur Weinherstellung usw.).

Alkohol, wird als „beruhigendes Hypnotikum“ klassifiziert, dessen Einnahme zu einer Depression des zentralen Nervensystems führt. Niedrigere Dosierungen können dazu führen, dass du dich wacher fühlen, indem sie als Stimulans wirken und zu erhöhter Redseligkeit und einem Gefühl der Euphorie führen. Höhere Dosierungen können dazu führen, dass… nun, ich bin sicher, du bist dir dessen voll und ganz bewusst, was passiert, wenn du schon einmal zu viel davon getrunken hast, aber selbstverständlich klären wir auch dieses Detail in den nächsten Sektionen.

 

Was passiert, wenn wir Alkohol trinken?

Einmal aufgenommen, findet der Alkohol schließlich seinen Weg in unsere Leber, wo der größte Teil des Alkoholstoffwechsels stattfindet.

Unser Körper hat ein Gefühl der Dringlichkeit, Alkohol zu verstoffwechseln, da dieser nicht gespeichert werden kann. Die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, hängt davon ab, wann du das letzte Mal gegessen hast, wobei ein vollerer Magen-Darm-Trakt eine verlangsamende Wirkung hat (Ballaststoffe und Proteine können auch hier helfen!).

Es hängt auch davon ab, wie häufig du trinkst – Individuen, die weniger häufig ins Glas schauen, produzieren auch weniger von dem Enzym Alkoholdehydrogenase, welches den Alkohol metabolisiert. Bei der Verstoffwechslung von Alkohol entsteht ein toxisches Nebenprodukt namens Acetaldehyd. Diese Verbindung ist für ihre schädliche Wirkung bekannt und kann trotz ihrer relativ kurzen Lebensdauer unserem Körper erheblichen Schaden zufügen.

Acetaldehyd wird in eine andere, weniger toxische Substanz, nämlich Acetat, umgewandelt, doch bevor dies geschehen kann, ist es in der Lage eine Vielzahl von Geweben im Körper schädigen.

Der Prozess des Alkoholstoffwechsels findet nicht nur in der Leber statt. Ein Teil davon findet möglicherweise auch in der Bauchspeicheldrüse und sogar im Gehirn statt (was angesichts der Schädigung des Hirngewebes einen Kater z.T. erklären kann).

Unabhängig davon, wie viel eine Person konsumiert, kann der Körper stündlich nur eine bestimmte Menge Alkohol verstoffwechseln. Diese Menge variiert von Person zu Person sehr stark und hängt von einer Reihe von Faktoren ab, unter anderem von der Lebergrösse und der Körpermasse.

 

Was passiert, wenn wir zu viel trinken?

Bei übermäßigem Alkoholkonsum können folgende Symptome auftreten (oder gut nachvollzogen werden):

  • Beeinträchtigung der motorischen und sensorischen Funktionen
  • Beeinträchtigung der Kognition
  • Heißhunger
  • Veränderungen des Sehvermögens
  • Undeutliche Sprache
  • Gedächtnisstörungen
  • Schläfrigkeit,
  • Hemmungsverlust

Werden noch höhere Mengen eingenommen, kann dies den Körper erheblich krank machen, etwa infolge einer Alkoholvergiftung. Die Symptome – mit Ausnahme von körperlichen Erkrankungen – werden durch eine alkoholbedingte Störung unseres internen Signalisierungs-und Kommunikationssystems verursacht.

Alkohol bindet im Wesentlichen an Rezeptoren, die am Empfang bestimmter Signale / Botschaften beteiligt sind, und stört den gesamten Prozess (konkret: Er verlangsamt ihn in der Regel und führt zu der Beeinträchtigung der Wahrnehmung, weshalb er häufig auch als Beruhigungsmittel eingestuft wird.

Alkohol kann auch direkt Teile des Gehirns beeinträchtigen, von denen bekannt ist, dass sie sowohl Emotionen als auch Muskelbewegungen kontrollieren.

 

Ist Alkohol gänzlich ungesund?

Nicht notwendigerweise. Es gibt es einen Platz für eine geringe bis moderate Einnahme sowie zum Zwecke der Gesundheitsverbesserung.

Die gesundheitlichen Vorteile sind überwiegend mit Weinkonsum verbunden (und in kleinen Mengen, typischerweise ein Glas pro Tag – ca. 60 ml). Dies ist wahrscheinlich auf seinen Gehalt an Resveratrol zurückzuführen, einem Polyphenol, welches natürlicherweise in Pflanzen vorkommt (1).

Wie „schlecht“ etwas ist, hängt tatsächlich von seiner Dosierung und – bei Alkohol – von der Konsistenz und der Zeitdauer ab, in der man gewöhnlich trinkt.

 

Take Home Message

Viele glauben, dass sie ganz auf Alkohol verzichten müssen, um ihre Gesundheit zu verbessern. Obwohl von einem gewohnheitsmäßigen und übermäßigen Alkoholkonsum sicherlich abgeraten werden kann, gibt es Raum für eine kleine bis mäßige Zufuhr. In geringen Mengen kann Alkohol der Gesundheit tatsächlich zuträglich sein (je nachdem, was du trinkst).

Die Mehrheit der Forschungsergebnisse bestätigt, dass der Alkoholkonsum vielleicht nicht unbedingt gut für unsere Gesundheit ist, aber er ist ein Schlüsselaspekt des sozialen Lebens vieler Menschen.

Also… wie sagt man so schön? Alles in Maßen.

 

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Unsere Artikel sollen informieren und lehren. Die dargebotenen Informationen sollten nicht als medizinische Ratschläge interpretiert werden. Kontaktiere bitte einen Arzt, bevor du mit der Ergänzung von Nahrungsergänzungsmitteln beginnst oder größere Veränderungen an deiner Ernährung durchführst.


1. Gepner, Y., Golan, R., Harman-Boehm, I., Henkin, Y., Schwarzfuchs, D., Shelef, I., … & Shpitzen, S. (2015). Effects of initiating moderate alcohol intake on cardiometabolic risk in adults with type 2 diabetes: a 2-year randomized, controlled trial. Annals of internal medicine, 163(8), 569-579.



Jamie Wright

Jamie Wright

Autor und Experte

Jamie Wright verfügt über einen Master-Abschluss in Humanernährung und einen Bachelor-Abschluss (Hons) in Sport- und Bewegungswissenschaften. Er arbeitet aktuell mit mehreren Organisationen zusammen und betreibt seine eigene Privatpraxis, um Einzelpersonen bei ihren Ernährungszielen zu unterstützen. Er ist bei der Association for Nutrition akkreditiert und half bereits Hunderten von Klienten - von Müttern bis hin zu internationalen Wettkampfsportlern - innerhalb eines evidenzbasierten, ganzheitlichen Ernährungsprogramms zu arbeiten, um ihre Gesundheits- und Fitnessziele zu erreichen. Neben der Leitung seiner Praxis leistet Jamie regelmäßig Beiträge zum Thema Ernährung, indem er über die vielen Facetten des Themas referiert und schreibt. Seine Forschungsergebnisse wurden auf dem britischen Adipositas-Kongress sowie auf Konferenzen in Übersee vorgestellt. Er hat mehrere E-Books verfasst und gleichzeitig Beiträge für andere (einschließlich gemeinnütziger Sportorganisationen) geleistet. Im Mittelpunkt seiner Forschung standen Gewichtsmanagement sowie Sport/Übungsleistung und Nahrungsergänzung. Jamie ist ein großer Sportfanatiker, ein begeisterter Fitnessstudiobesucher und Liebhaber aller Dinge, die mit Hunden zu tun haben. Mit der Weitergabe seiner akademisch und beruflich erworbenen Erfahrungen und Kenntnisse möchte Jamie eine Quelle der Klarheit über die enorme Menge an "Fehlinformationen" schaffen, die in der Gesundheits- und Fitnessindustrie existieren.


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