Supplemente

Carb Blocker | Funktionieren sie?

Von Chloe Thurston

Carb Blocker werden scheinbar als magische Pille zum Abnehmen angesehen und von Carb-Liebhabern als heiliger Gral bezeichnet. Doch sind sie wirklcih wirksam? Hier alles was du wissen musst.

 


Wirkung von Carb Blockern?

Messband und Schokolade

Carb Blocker bestehen aus Alpha-Amylase Hemmer, welche natürlich in einigen Lebensmitteln vorkommen. Sie blocken die Enzyme, die zum Verdauen von Kohlenhydraten benötigt werden.
Bei der Verdauung können Kohlenhydrate in einfachen und komplexen Zucker aufgespalten werden. Die einfachen Arten sind beispielsweise in Milch und Früchten (natürliche Lebensmittel). Sie können auch in verarbeiteten Lebensmitteln wie Limonade, Nachtisch oder Joghurt mit Geschmack gefunden werden. Im Gegensatz dazu stehen komplexe Kohlenhydrate; diese sind beispielsweise in Kartoffeln, Reis oder stärkehaltigen Lebensmitteln zu finden.

Komplexe Kohlenhydrate bestehen aus verschiedenen einfachen Zuckern, die zu Ketten geformt sind. Der Körper braucht länger zur Verarbeitung dieser Kohlenhydrate – daher kommt auch der schlechte Ruf.
Carb Blocker enthalten Substanzen, die das Aufspalten von komplexen Kohlenhydraten verhindern. Diese werden dann in den Darm transportiert, ohne verarbeitet oder absorbiert zu werden (3). Die komplexen Kohlenhydrate haben keinen Einfluss auf die Kalorienaufnahme oder den Blutzucker mehr, weshalb dieses Supplement für den Gewichtsverlust eingesetzt werden.

Eine andere Art dieser „magischen Pille“ ist ein Mediakement  für Typ2-Diabetes namens Alpha-Glucosidase Blocker (1,2,3,4).

 


Wie hilft dies beim Abnehmen?

Eine Wandlampe aus Buschstaben, die sagt Eat What make you happy

 

Car Blocker werden in der Regel als Supplement für den Gewichtsverlust beworben – man soll so viele Kohlenhydrate essen können wie man möchte, ohne die Kalorien aufzunehmen. Allerdings können sie nur etwa 50 – 65% der aufgenommenen Kohlenhydrate blocken. Nimmt man dieses Supplement heißt das also nicht, dass immer die gleiche Menge geblockt wird.

Eine Studie hat gezeigt, dass zwar 97% der Enzyme geblockt werden, aber nur 7% der Kohlenhydrate von der Absorption abgehalten wurden (5). Ein Grund dafür könnte sein, dass die komplexen Kohlenhydrate nicht von der Verdauung abgehalten werden, sondern nur später verdaut werden (6). Viele Menschen vergessen auch, dass komplexe Kohlenhydrate nicht die einzigen Kohlenhydrate sind. Diejenigen die abnehme essen meist hauptsächlich verarbeitete Lebensmittel und diese enthalten einfachen Zucker, welche Sucrose, Glucose und Fructose enthalten. Ich muss also leider alle Süßen unter euch enttäuschen, Carb Blocker helfen nicht bei der Verdauung von Süßigkeiten.

Es gibt einige Studien, die einen Gewichtsverlust belegen. Diese dauern meistens 4 – 12 Wochen und die Teilnehmer haben im Durchschnitt 1 – 2,5 kg pro Woche. Einige Teilnehmer haben sogar bis zu 4 kg verloren. Die Forschung vermutet, dass Personen mit einem hohen Kohlenhydratkonsum eher Gewicht durch Carb Blocker verlieren (7,8) – Studien zeigten hier einen Gewichtsverlust von 2-3 kg pro Woche. Es wurden aber auch negative Effekte untersucht, es konnten aber nur wenige oder keine solche Effekte gefunden werden.

 


Kann es den Appetit kontrollieren

 

Ja. Wir haben bereits gelernt, dass Carb Blocker die Verdauung komplexer Kohlenhydrate verlangsamen können. Sie können aber auch Einfluss auf unsere Hungerhormone nehmen. Der Grund für die Krisen und Veränderungen unserer Hungerhormone ist eine Substanz namens Phztohaemagglutinin (2). Studien haben gezeigt, dass dieses Hormon den Appetit für maximal 8 Tage um 25 -90 % reduzieren kann.

 


Sind sie gut für meine Gesundheit?

herzförmige Schale mit Beeren


 

Mithilfe von Carb Blockern können komplexe Kohlenhydrate in den Darm transportiert werden, ohne verstoffwechselt zu werden – dort sorgen sie für eine Erhöhung der resistenten Stärke. Durch eine Verringerung der verstoffwechselten Kohlenhydrate erhöht sich die Menge an Stärke, die durch den Darm transportiert wird. Lebensmittel mit einem hohen Anteil resistenter Stärke sind beispielsweise rohe Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Vollkorn. Bei Ankunft im Darm kann durch die fermentierten Bakterien Gase und nützliche kurze Aminosäureketten freigesetzt werden. Sobald die Car Blocker die komplexen Kohlenhydrate von ihrer eigentlichen Verstoffwechselung abgehalten haben, agieren diese wie resistente Stärke, welche mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteile (verringerter Körperfettanteil, gesunde Darmbakterien, verbesserte Insulinsensitivität, Blutzuckerkontrolle) in Verbindung gebracht werden (7,10,11).
Carb Blocker können deshalb auch, wie schon erwähnt, bei Patienten mit Diabetes eingesetzt werden, da sie bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels helfen können. Sie reduzieren auch die Verstoffwechselung von komplexen Kohlenhydraten, wodurch die Achterbahnfahrt des Insulinspiegels verbessert werden kann (1,5,9).

 


Gibt es Risiken?

verschiedene Pillen

Das Supplement wird als sicher angesehen, sofern du es aus einer guten Quelle beziehst. Allerdings kann die Fermentierung von Kohlenhydraten durch Darmbakterien einige ungewollte Nebenwirkungen haben – Durchfall, Krämpfe, Blähungen oder Aufgeblasenheit. Ich würde mich also an den Tagen der Einnahme von großen Menschenmengen fernhalten. Die Nebenwirkungen sind nicht gefährlich und fallen mit der Zeit ab, schrecken aber dennoch einige Menschen von der Einnahme ab. Menschen die unter Diabetes leiden, sollten vor der Einnahme mit ihrem Arzt sprechen, denn dein Blutzuckerwert könnte unter den angestrebten Schwellenwert fallen. Aber auch wenn ein Supplement als sicher angesehen wird, ist es schwer genau zu sagen, was es im Einzelfall für Inhaltsstoffe enthält (1,5).


Fazit

Einige wenige Studien haben gezeigt, dass Carb Blocker einen geringen Gewichtsverlust, reduzierten Appetit und verringerte Blutzuckerlevel erzeugen können. Allerdings sind die Studien, die einen Langzeiteffekt untersuchen, nicht besonders solide. Ebenfalls werden sie keinen Effekt haben, wenn du nur wenig Kohlenhydrate zu dir nimmst. Am Ende des Tages handelt es sich schließlich nur um ein Ergänzungsmittel – dieses sollte auch nur ergänzend zu einer gesunden und ausgewogenen Lebensweise eingesetzt werden. Sie sollten keine gute Ernährung ersetzten.

 

 

Unsere Artikel sollen informieren und lehren. Die dargebotenen Informationen sollten nicht als medizinische Ratschläge interpretiert werden. Kontaktiere bitte einen Arzt, bevor du mit der Ergänzung von Nahrungsergänzungsmitteln beginnst oder größere Veränderungen an deiner Ernährung durchführst.


1)Barrett, M. and Udani, J. (2011) ‘A proprietary alpha-amylase inhibitor from white bean (Phaseolus vulgaris): A review of clinical studies on weight loss and glycemic control’, Nutrition journal., 10.

2) Carai, M., Fantini, N., Loi, B., Colombo, G., Riva, A. and Morazzoni, P. (2009) ‘Potential efficacy of preparations derived from Phaseolus vulgaris in the control of appetite, energy intake, and carbohydrate metabolism’, Diabetes, metabolic syndrome and obesity : targets and therapy., 2, pp. 145–53.

3)Mosca, M., Boniglia, C., Carratù, B., Giammarioli, S., Nera, V. and Sanzini, E. (2008) ‘Determination of alpha-amylase inhibitor activity of phaseolamin from kidney bean (Phaseolus vulgaris) in dietary supplements by HPAEC-PAD’, Analytica chimica acta., 617, pp. 192–5.

4) DiNicolantonio JJ, Bhuntani J, O’Keefe JH (2015) ‘Acarbose: safe and effective for lowering postprandial hyperglycemia and improving cardiovascular outcomes’ Open Heart. 19;2(1).

5)Mojica, L. and Mejía, D. (2016) ‘Optimization of enzymatic production of anti-diabetic peptides from black bean (Phaseolus vulgaris L.) proteins, their characterization and biological potential’, Food & function., 7(2), pp. 713–27.

6) Brugge, W. and Rosenfeld (1987) ‘Impairment of starch absorption by a potent amylase inhibitor’, The American journal of gastroenterology., 82(8), pp. 718–22.

7)Celleno, L., Tolaini, M., D’Amore, A., Perricone, N. and Preuss, H. (2007) ‘A dietary supplement containing standardized Phaseolus vulgaris extract influences body composition of overweight men and women’, International journal of medical sciences., 4(1), pp. 45–52.

8) Luzzi, R., Belcaro, G., Hu, S., Dugall, M., Hosoi, M., Ippolito, E., Corsi, M. and Gizzi, G. (2014) ‘Beanblock® (standardized dry extract of Phaseolus vulgaris) in mildly overweight subjects: A pilot study’, European review for medical and pharmacological sciences., 18(20), pp. 3120–5.

9) Udani, J., Singh, B., Barrett, M. and Preuss, H. (2009) ‘Lowering the glycemic index of white bread using a white bean extract’, Nutrition journal., 8.

10) Keenan, M., Zhou, J., Hegsted, M., Pelkman, C., Durham, H., Coulon, D. and Martin, R. (2015) ‘Role of resistant starch in improving gut health, adiposity, and insulin resistance’, Advances in nutrition (Bethesda, Md.)., 6(2), pp. 198–205.

11) Zhang, L., HT, LT, Shen L, Fang, QC, Qian LL, Jia WP. (2015) ‘ Effect of Dietary Resistant Starch on Prevention and Treatment of Obestity-related Diseases and Its Possible Mechanisms’ Biomed Environmental Science 28(4):291-7

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Liza Brinkmann

Liza Brinkmann

Autor und Content Executive

Ich war schon immer sehr sportbegeistert und war bis zum meinem 18. Lebensjahr im Reitsport aktiv. Leider musste ich danach, aufgrund einer Pferdehaarallergie, das Reiten aufgeben. Seitdem laufe ich leidenschaftlich gerne am liebsten Langstrecken (10km oder Marathons).


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