Ernährung

Die Suppendiät: Was ist das? | Vorteile, Nebenwirkungen & Rezepte

Die Suppendiät: Was ist das? | Vorteile, Nebenwirkungen & Rezepte

Was versteht man unter einer Suppendiät aka Kohlsuppen- bzw. Krautsuppendiät?

Eine Suppendiät ist vor allem bei den Stars bekannt. Die eine „wahre“ Kohlsuppendiät gibt es nicht. Viele Autoren stellen unterschiedliche Konzepte vor und es kursieren unterschiedliche Pläne und Rezepte für die Durchführung.

Meist steht bei einer solchen Diät – wie der Name schon sagt – Suppe auf dem Speiseplan – und das den ganzen Tag, bzw. eine Woche lang. Bei manchen Versionen ist neben der klassischen Gemüsesuppe auch Obst, Rohkost und etwas gegartes Fleisch erlaubt. An einigen Tagen der Diät sind jeweils bestimmte Sorten frisches Obst und Gemüse als Ergänzung zu der Suppenmahlzeit angesetzt. Zum Teil steht auch mal abends eine kleine Kartoffel mit Quark oder Joghurt auf dem Plan. Dazu kommen an einem oder mehreren Tagen 200g mageres Fleisch. Der letzte Tag wird in manchen Versionen als Reistag definiert. Es gibt dann zur Suppe Vollkornreis und Orangensaft.

Oft wird versprochen, dass man in dieser Woche mehrere Kilos verlieren kann und das nahezu ohne Hungergefühl.

In diesem Artikel erfährst du, was sich wirklich hinter der Suppendiät verbirgt, welche Vorteile sie bietet und mit welchen Nebenwirkungen du rechnen kannst. Dazu bekommst du auch ein paar Rezeptideen an die Hand!

Bist du bereit?

Eine Woche Suppendiät | Beispielplan

Die Suppendiät: Was ist das? | Vorteile, Nebenwirkungen & Rezepte


Hier ist eine Version der Kohlsuppendiät aufgeführt, bei der an jedem Tag unterschiedliche Lebensmittel als Ergänzung zu der eigentlichen Suppe gestattet werden (1). Damit soll ein starker Nährstoffmangel vorgebeugt werden. Dadurch sollen auch die aufkommenden Heißhungerattacken vermieden werden und es kommt etwas Abwechslung in den Speiseplan.

So könnte beispielsweise eine Woche der Kohlsuppendiät gestaltet werden:

Tag 1

Am ersten Tag beginnt der „Obsttag“. Man kann neben der Suppe so viel Obst essen, wie man möchte (außer Bananen und Honigmelonen, aufgrund des hohen Zucker- und Kalorienverhältnisses). Man kann jederzeit so viel essen wie man will: Ob roh, in der Suppe oder als Smoothie ist jedem selbst überlassen. Zum Trinken werden jeden Tag 1,5-3 Liter Wasser oder ungesüßter Tee empfohlen.

Tag 2

Der nächste Tag sieht Gemüserohkost vor. Diesmal ist alles erlaubt (außer Mais, Kartoffeln, Bohnen und Erbsen, da diese viele Kohlenhydrate enthalten). Der Vorteil ist, dass man seine Rohkost Snacks gut für unterwegs vorbereiten kann.

Für das Abendessen wird eine große Kartoffel mit einer Portion Magerquark empfohlen.

Tag 3

Heute ist ebenfalls Rohkost angesagt, diesmal Obst und Gemüse kombiniert. Man kann sich gut, bunte Salate vorbereiten oder aber auch Gemüse- und Obstsäfte oder Sorbets.

Tag 4

Am 4. Tag stehen Joghurt, Magermilch und Bananen neben der Suppe auf dem Plan. Denkbar wären hier Gerichte, wie gebratene Banane, Curry oder ein Joghurt-Lassi. Man könnte sich auch Joghurteis als Dessert zubereiten oder auf Sojaprodukte zurückgreifen.

Tag 5

Nach den vier vegetarischen Tagen steht heute Fleisch oder Fisch auf dem Speiseplan. Vorzugsweise 200g Geflügel. Gewürzt werden darf nach Geschmack. Am besten wird das Fleisch mit Gemüse gedünstet oder gegrillt. Man kann hier auch auf Tofu oder Ähnliches zurückgreifen.

Tag 6

An Tag 6 ist entweder ein kleines Rindersteak oder Schweineschnitzel vorgesehen. Dazu gibt es wieder Rohkost oder Salat vor. Man kann seine Eiweißportion aber auch durch Mozzarella, Feta oder Haloumi ersetzen. Tofu und andere Sojaprodukte können hier auch eingesetzt werden.

Tag 7

Zum Schluss sieht der Diätplan Reis, Obst und rohes Gemüse vor. Man kann sich deftige Pfannengerichte zubereiten, Risotto, Reissalat oder Milchreis mit Obst. Es wird empfohlen, dabei Stevia oder Süßstoff zu verwenden, um das Abnehmen nicht zu vernachlässigen.

Suppendiät Vorteile | Was spricht für eine Suppendiät?

Die Suppendiät: Was ist das? | Vorteile, Nebenwirkungen & Rezepte


Die Idee hinter diese Diät ist, dass man durch diese Art der Ernährung dem Körper weniger Energie zuführt (durch den geringen physiologischen Brennwert des Gemüses), als er über die Zeit hinweg verbraucht. Da man über mehrere Tage vermutlich im Unterschuss isst und insgesamt im Kaloriendefizit bleibt, baut man Körpermasse ab.

Durchaus positiv ist der Aspekt, dass man dem Körper viel Gemüse, Wasser und Ballaststoffe zuführt, wie z.B. Zwiebeln, Kohl, Weißkraut und diverse Gemüserohkost.

Der Ernährungsplan und die Lebensmittel sind unkompliziert und einfach umzusetzen. Die Zubereitung der Suppen erfordert keine größeren Kochkünste und nur wenige Zutaten. Die meisten Lebensmittel, die man für die Suppe verwendet wie z.B. Kohl und Möhren, lassen sich super mehrere Tage lagern und auf einen kleinen Vorrat einkaufen. Man kann seine liebsten Gemüsesorten auch nach Lust und Laune verarbeiten und etwas kreativ werden.

Wie wäre es an dieser Stelle mit einer kalorienarmen Rote Bete Suppe mit karamellisierten Zwiebeln? Das perfekte „Superfood“-Mittagessen mit gerade mal 112 Kalorien pro Portion.

Ein großer Vorteil ist, dass man die Suppen essen kann sobald man Hunger hat – und das so viel man will, zu jeder Zeit des Tages. Aufgrund des hohen Wasser- und Ballaststoffanteils erlangt man durch den Verzehr der Suppen durchaus ein gutes Sättigungsgefühl. Nichts ist nervenzerreißender als ein permanentes Hungergefühl in der Diät – vor allem wenn man tagsüber arbeitet und auch noch sein Trainingsprogramm durchziehen will.

Weil man hier essen kann, wann man will und kaum Hunger hat, hat man oft nicht das Gefühlt überhaupt richtig auf Diät zu sein.

Nicht außeracht lassen darf man den finanziellen Aspekt.

Die Zutaten der Suppe sind nicht besonders teuer. Die Zutaten bestehen hauptsächlich Wasser, etwas Gemüse und einen Hauch würzige Brühe. Meist bereitet man auch gleich einen ganzen Topf Suppe mit mehreren Portionen zu. So lassen sich die Mahlzeiten gut vorbereiten, vor allem wenn man an einem Arbeitstag wenig Zeit fürs Kochen hat.

Die Kartoffel-Lauch Suppe aus unserer Rezeptesektion ist leicht und schnell zubereiten, lässt sich gut vorkochen und hält sich mehrere Tage im Kühlschrank.

Im Optimalfall behält man nach einer Suppendiät ein paar der Gewohnheiten bei. Oft verfällt man nach einer Crashdiät wieder genau ins Gegenteil und isst alles, worauf man die letzte Woche verzichten musste. Die Suppendiät könnte aber auch dazu beitragen, dass man mehr Gemüse in seine Ernährung integriert, entweder durch die Suppe am Abend oder den Rohkost Snack am Nachmittag.

Suppendiät Nachteile | Was spricht gegen eine Suppendiät?

Die Suppendiät: Was ist das? | Vorteile, Nebenwirkungen & Rezepte


Wenn man sich eine Woche hauptsächlich nur von Suppe und Gemüse ernährt, liegt es nahe, dass man an Körpergewicht verliert. Gemüse ist ein sehr energiearmes, jedoch nährstoffreiches Lebensmittel und ist super in eine Diät einzubauen. Wenn man sich ausschließlich davon ernährt, erzeugt man schnell eine negative Energiebilanz, was Voraussetzung für eine Gewichtsabnahme bzw. Fettabnahme ist.  Gewichtsabnahme bedeutet jedoch nicht automatisch Fettabnahme.

Der Gewichtsverlust ist hauptsächlich auf das ausgeschiedene Wasser und zum Teil Muskelmasse zurück zu führen. Da in dieser Zeit der Diät nur wenig bis kaum Protein zugeführt wird, können die Muskeln vorm Abbau nicht geschützt werden. Außerdem wird man beim Training mit Krafteinbußen rechnen müssen, aufgrund des hohen Kaloriendefizits und der geringen Kohlenhydratzufuhr.

Um den Muskel in der Diät vor dem Abbau zu schützen, sollte man also in jedem Fall ausreichend Protein (um die 2g pro Kilogramm Körpergewicht) zu sich nehmen und sein Training weiter betreiben, ohne groß an Gewichten zurückzuschrauben, um möglichst seine Muskelmasse zu erhalten. Genau aus diesem Grund ist eine Suppendiät dieser Art für Kraftsportler eher weniger geeignet.

Auch für den durchschnittlich aktiven Menschen ist eine Crashdiät, wie diese, nicht geeignet für eine dauerhafte Gewichtsabnahme. Der Diäterfolg ist meistens nur von kurzer Dauer, da nicht „gelernt“ wird, sich dauerhaft ausgewogen und energieärmer zu ernähren.

Selbst die DGE sieht diese Form der Diät als bedenklich, da eine Versorgung mit wichtigen Nährstoffen – insbesondere Eiweiß – mangelhaft ist. Außerdem ist es wissenschaftlich fraglich, welche Substanz in der Suppe die „Fettverbrennung ankurbeln“ soll, hieß es (2).

Menschen mit empfindlichen Magen können auch Probleme mit der Verdauung von viel Kohlgemüse bekommen, denn dieser kann blähen, wenn man es nicht gewohnt ist. Die Ernährung in der Suppendiät ist fettarm, kohlenhydratarm, energiearm und enthält wenig Eiweiß. Das Hungergefühl wird hauptsächlich durch die viele Flüssigkeit der Suppe bekämpft.

Auch nicht jeder könnte sich mit einer herzhaften Suppe zum Frühstück anfreunden und bekommt diese Mahlzeit nur schwer runter oder muss sich sogar überwinden bzw. zum Essen zwingen.

Die Kohlenhydratspeicher (Glykogenspeicher) des Körpers werden über die Tage geleert – vor allem wenn man dazu noch normal trainiert. Dies ist auch der Grund für die große Ausschwemmung von Wasser aus dem Körper. Diese „Entwässerung“ ist aber auch nur von kurzer Dauer, macht aber den größten Teil des Gewichtsverlusts in dieser Zeit aus.

Fazit zur Suppendiät

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Nach der Auflistung der Vor- und Nachteile von Suppendiäten kann jeder selbst entscheiden, ob eine solche Art der Diät in seine Ernährung und zu seinen Zielen passt. Die Suppendiät ist und bleibt eine Crashdiät, die schnell bis zu 6 magischen Kilo Gewichtsverlust für Abnehmwillige nach einer Woche zaubern kann. Ich würde niemandem empfehlen eine Suppendiät von mehr als einer Woche durchzuziehen. Insbesondere, wenn man Krafttraining betreibt und seine hart erarbeitete Muskelmasse erhalten möchte.

Solange man ein Energiedefizit durch die Ernährung erzeugt, ist es nahezu egal welche Lebensmittel man dazu verzehrt. Dazu muss man sich also nicht ausschließlich von Suppe ernähren, sondern kann ruhig etwas mehr Vielfalt und vor allem Protein in seine Ernährung bauen. Denn diese Art von Diät ist und bleibt einseitig, die nicht auf längere Sicht umsetzbar ist, auch wenn Rohkost und einige gegarte Lebensmittel integriert werden. Die Proteinquellen kommen vor allem für Sportler in dem Diätplan viel zu kurz.

Optimaler wäre es, einen gelegentlichen Suppentag einzulegen, um ein paar Kalorien der letzten Tage auszugleichen. Auch einfach nur eine Suppe als Mahlzeit einzubauen, spart einiges an Kalorien und ist eine super Alternative. Man kann die sättigende Wirkung der wasser- und ballaststoffreichen Mahlzeit nutzen und z.B. noch mit einer größeren Portion Protein kombinieren.

Das beste Beispiel ist hier eine selbstgemachte Hühnersuppe oder diese exotische Ananas Curry Suppe mit Kokosmilch. Diese kannst du in gerade mal 20 Minuten auftischen und sie liefert Protein, Ballaststoffe, ist Low Carb und kalorienarm.

Stöbere gerne mal durch unsere Rezeptesektion und lasse dich von den Suppenrezepten inspirieren. Probiere dich einfach mal durch und finde heraus wie du deine Lieblingssuppe in den Alltag integrieren kannst!

Unsere Artikel sollen informieren und lehren. Die dargebotenen Informationen sollten nicht als medizinische Ratschläge interpretiert werden. Kontaktiere bitte einen Arzt, bevor du mit der Ergänzung von Nahrungsergänzungsmitteln beginnst oder größere Veränderungen an deiner Ernährung durchführst.


(1) Diätplan. URL: http://www.kohlsuppendiaet.com/diaetplan

(2) Stern.de. URL: https://www.stern.de/gesundheit/ernaehrung/diaet/kohlsuppendiaet–so-sinnvoll-laesst-sich-damit-abnehmen-3532546.html

Unsere Artikel sollen informieren und lehren. Die dargebotenen Informationen sollten nicht als medizinische Ratschläge interpretiert werden. Kontaktiere bitte einen Arzt, bevor du mit der Ergänzung von Nahrungsergänzungsmitteln beginnst oder größere Veränderungen an deiner Ernährung durchführst.

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Kira Tessel

Kira Tessel

Autor und Experte

Ich bin Ökotrophologie Studentin und fokussiere mich vor allem auf das Thema der optimalen Sporternährung. Mich fasziniert es, wie viel man aus seinem Körper rausholen kann und welch eine wichtige Rolle das Essverhalten dabei spielt. Ich versuche stets mein Wissen zu erweitern, insbesondere durch Lehrbücher, Studien und eigene Erfahrungen. Privat bin ich eine ambitionierte Hobbysportlerin und betreibe leidenschaftlich gerne Kraftsport. Ich habe schon früh meine Erfahrungen mit verschiedenen Ernährungsformen gemacht und ernähre mich schon eine Weile nach dem IIFYM‐Prinzip.


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