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Was ist eigentlich eine Autoimmunerkrankung?

Von Martin Auerswald

Was ist eigentlich eine Autoimmunerkrankung?

„Wir wissen nicht so recht, was es ist. Die Symptome sind nicht eindeutig. Wir werden weitere Tests mit Ihnen durchführen müssen, außerdem überweise ich Sie an einen Kollegen. Der nächste freie Termin bei ihm ist in sechs Monaten.“

Dieses kleine Szenario ist keine Fantasie, es ist real und geschieht jeden Tag mehrmals irgendwo in Deutschland.

Du fragst Dich nun sicher, warum MyProtein über solch ein Thema schreibt. Nun: Etwa 15 Millionen Deutsche leiden an einer Autoimmunerkrankung. Oft ist es ein jahrelanger Kampf und Krampf, bis die Patienten ihre Diagnose erhalten und die Behandlung beginnt.

Danach dauert es noch weitere Monate bis Jahre, ist die Behandlung wirklich anspringt und die Betroffenen einen Hoffnungsschimmer erhaschen können. Aber meist machen die behandelnden Ärzte den Betroffenen keine großen Hoffnungen und so nehmen es die Patienten hin und geben sich mit ihrer Lage zufrieden.

Viele unserer Kunden leiden unter Autoimmunerkrankungen. Wir schreiben hier viel über gesunde und nachhaltige Lebensweise, und es ist daher unsere Pflicht, hin und wieder auch über brisante Themen wie eben Autoimmunerkrankungen zu schreiben, um zu informieren und wachzurütteln.

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Was ist eigentlich eine Autoimmunerkrankung?


Eine Autoimmunerkrankung ist eine chronische Erkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Zellen angreift und zerstört. Das Immunsystem ist eigentlich dazu da, uns vor der Außenwelt, Toxinen und Krankheitserregern, zu schützen. Damit diese Fremdkörper sich nicht im Körper festsetzen und ausbreiten können.

Bei autoimmun-bedingten Krankheiten funktioniert die Unterscheidung zwischen körpereigenen und körperfremden Zellen nicht mehr. Dann halten Immunzellen die Zellen der Schilddrüse für den Feind und bekämpfen diese. Die Folgen für das betroffene Gewebe, hier die Schilddrüse, sind dramatisch.

Welche Autoimmunerkrankungen gibt es?

Theoretisch kann jedes Gewebe im Körper von einer Autoimmunerkrankung betroffen sein. Es gibt über 200 Gewebetypen im Körper, somit ergeben sich auch über 200 Autoimmunerkrankungen. Bei einigen Geweben ist es jedoch möglich, dass aufgrund verschiedener Ursachen mehrere Autoimmunerkrankungen entstehen können. Wieder ist die Schilddrüse ein Beispiel dafür (s. nächste Tabelle).

Falls Du mit dem Begriff Autoimmunerkrankungen immer noch nichts anfangen kannst, möchte ich Dir einige prominente Beispiele geben und die betroffenen Gewebetypen:

Beispiele für Autoimmunerkrankungen

Betroffenes Gewebe Erkrankung
Schilddrüse Hashimoto Thyreoiditis
Schilddrüse Morbus Basedow
Leber Autoimmunhepatitis
Haut Sklerodermie
Haut Schuppenflechte (Psoriasis)
Nervenbahnen Multiple Sklerose
Niere Autoimmunnephroditis
Dickdarm Colitis Ulcerosa
Magen-Darm-Trakt Morbus Crohn

 

Dies sind die wahrscheinlich bekanntesten Autoimmunerkrankungen und auch die Häufigsten. Sie zusammen machen etwa 90 % aller Fälle aus, die anderen 10 % bilden seltener vorkommende Autoimmunerkrankungen in Gewebetypen, die nicht zu starkem Fokus stehen und deswegen umso schwerer zu diagnostizieren sind.

Aber wie entstehen Autoimmunerkrankungen eigentlich?

Wie es zu Autoimmunerkrankungen kommt

Was ist eigentlich eine Autoimmunerkrankung?


Der entscheidende Punkt ist der Verlust der Fremderkennung zwischen körpereigenen und körperfremden Zellen. Diese Erkennung geschieht im Immunsystem über zwei wichtige Proteinkomplexe: dem MHC (Erkennungssignal für Fresszellen), und Antikörper.

MHC: Wenn eine Fresszelle einen Krankheitserreger erkennt und verschlingt, präsentiert er Teile dieses Erregers auf seine Außenhaut (es entsteht der MHC-Komplex) und zeigt es den umliegenden Zellen. Fresszellen gehören zum angeborenen Immunsystem und wissen von Geburt an, welche Feinde sie attackieren können (etwa Viren und Bakterien).

Dazu kommt das erworbene Immunsystem: Denn wenn B-Zellen und T-Zellen die MHC-Proteine erkennen, bilden sie Antikörper gegen diese Krankheitserreger. Antikörper sind Proteine, die ganz spezifisch einen bestimmten Krankheitserreger oder ein bestimmtes Protein erkennen. Treffen Antikörper und Antigen (Erkennungssignal) aufeinander, wird diese Immunzelle aktiviert, löst eine Entzündung aus und lockt weitere Fresszellen an.

Bei Autoimmunerkrankungen kommt es zur Bildung von Autoantikörpern, also Antikörper, die nicht mehr nur Feinde, sondern auch körpereigene Protein erkennen. Es ist also ein Versehen, ein „Ausrutscher“. Dieser Ausrutscher führt zu einer heftigen Attacke des gesamten Immunsystems auf dieses Gewebe.

Autoimmunerkrankungen sind noch nicht vollends erforscht und werden unter höchsten Anstrengungen in der Forschung behandelt. Aber ähnlich wie bei Krebs ist die Entstehung einer Autoimmunerkrankung nicht einem Mechanismus unterworfen, sondern viele Faktoren können zu Entstehung einer Autoimmunerkrankung beitragen.

Es liegt also nahe, dass diesen Faktoren begegneten vorgebeugt werden kann, um auch der Gefahr einer Autoimmunerkrankung entscheidend zu reduzieren. Die Erfahrung, also die Behandlung von Autoimmunerkrankungen, hat besonders in der Funktionellen Medizin wieder und wieder gezeigt, dass die Beseitigung dieser Faktoren, die zur Entstehung einer Autoimmunerkrankung beitragen können, auch bei Erkrankten noch entscheidend zur Regeneration und zur Behandlung beitragen kann.

Welche Faktoren begünstigen die Entstehung einer Autoimmunerkrankung?

Was ist eigentlich eine Autoimmunerkrankung?


Diese Faktoren sind in der Funktionellen Medizin und der Angewandten Biochemie gut erforscht und die meisten Autoimmunerkrankungen haben einige Dinge gemeinsam:

  • sie leiden unter schweren Darmbeschwerden
  • sie leiden unter Vitamin D-Mangel oder einer Vitamin D-Resistenz
  • die Entgiftungskapazität der Leber ist eingeschränkt
  • sie erfahren im Alltag zu viel Stress
  • sie leiden unter Nahrungsmittelallergien

Diese fünf Faktoren sehen relativ unspektakulär aus und scheinen sehr verbreitet zu sein. Viele von uns leiden unter ein oder mehrere dieser Punkte so scheint es zunächst verwunderlich, dass gerade diese zu Entstehung der Erkrankung beitragen können. Aber überlegen Sie doch einmal:

Chronische Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen steigen rasant an und in wenigen Jahren werden über 20 Million Menschen in Deutschland unter solchen Erkrankungen leiden. Die meisten von uns leiden unter diesen genannten fünf Faktoren, Tendenz steigend. Besteht da vielleicht doch ein Zusammenhang?

Wie auch immer: Die Erfahrung und die Behandlung dieser Faktoren haben gezeigt, dass es zu einer starken Steigerung der Lebensqualität und eine Reduktion der Symptome kommt. Die Forschung in den nächsten Jahren und die Anwendung wird zeigen, ob hier ein Weg zur Behandlung Vorbeugung dieser grassierenden Erkrankungsepidemie gefunden werden kann.

Sind Autoimmunerkrankungen heilbar?

Was ist eigentlich eine Autoimmunerkrankung?


Heilen ist ein relativ schwerer Begriff, da er beinhaltet, dass der Körper nach der Behandlung wieder genauso gut und funktionsfähig ist wie vor Ausbruch der Krankheit.

Eine Autoimmunerkrankung braucht meist Jahre, um diagnostiziert und erfolgreich behandelt zu werden und bis dann hat das betroffene Gewebe meist schon so beträchtlichen Schaden genommen, dass von einer vollständigen Heilung nicht mehr gesprochen werden kann.

Therapeuten sprechen dagegen von einer Regeneration des Gewebes und Remission – dem völligen Abklingen der Symptome und einer fast vollständigen Regeneration. In einigen wenigen Fällen ist es schon vorgekommen, dass die Schilddrüse vollständig nachgewachsen ist, aber diese Fälle sind nur vereinzelt.

Was tun, wenn ich an einer Autoimmunerkrankung leide?

Wenn Du die lange Odyssee bis zur Diagnose einer Autoimmunerkrankung bereits hinter Dir hast, herzlichen Glückwunsch! Denn die Symptome dieser Erkrankungen sind meist so schwammig und allgemein, dass eine Diagnose nur schwer ist. Du solltest in jedem Fall auf Deinen behandelnden Arzt vertrauen und die angebotene schulmedizinische Behandlung durchführen.

Jedoch solltest Du Dir im Klaren darüber sein, dass ein Großteil der Behandlung einer Autoimmunerkrankung in einer gesunden Lebensführung besteht.

Tue also alles Mögliche, um die oben genannten fünf Faktoren, die zu Entstehung von Autoimmunerkrankungen beitragen, selbst in die Hand zu nehmen und zu beseitigen. Lies Dich dazu in den zwei sehr guten Portalen www.autoimmunprotokoll.de und www.autoimmunhilfe.de ein und recherchiere auf Google über die genannten fünf Faktoren.

Fazit

Bei einer Autoimmunerkrankung kommt es zur Attacke körpereigener Zellen durch das Immunsystem. Die Erkennung zwischen Freund und Feind ist hier verloren gegangen und das angegriffene Gewebe nimmt beträchtlichen Schaden.

Die Forschungen an Autoimmunerkrankungen ist sehr schwierig und langwierig, daher sollte dem Behandlungen der Schulmedizin sowie der Etablierung eines gesunden Lebensstils Vorrang gegeben werden.

Wird nach der Diagnose nicht viel unternommen, wird die Erkrankung über die Jahre immer weitergehen und werden die grundlegenden Ursachen nicht behandelt, kann es auch zum Ausbruch einer zweiten und dritten Autoimmunerkrankung führen.

Betroffene sollten daher möglichst schnell sich gut über ihre Erkrankung informieren, weiterbilden und um jeden Preis einen gesunden Lebensstil etablieren, dann haben sie realistische Chancen auf eine Regeneration und Remission ihrer Krankheit.

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Martin Auerswald

Martin Auerswald

Autor

Martin ist Biochemiker und Biohacker und beschäftigt sich seit über 5 Jahren damit, wie er möglichst einfach seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit auf ein neues Level bringen kann. Dazu hilft ihm sowohl sein biochemisches Grundwissen aus dem Studium sowie neueste Bücher, Studien und Eigenexperimente.


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