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Sportssucht | 3 Anzeichen, an denen du sie erkennst

Seit vielen Jahren erlebt der Fitnesssport einen regelrechten Hype. Selten standen Training und Ernährung so im Fokus der Aufmerksamkeit wie heutzutage. Immer mehr Erwachsene ändern ihren Lebensstil, treiben mehr Sport bei verbesserter Ernährung und auch in der Jugendszene hat der sportbezogene Körperkult bereits Einzug erhalten.

Diese Entwicklung ist in einem Zeitalter von Zivilisationskrankheiten und Übergewicht in der westlichen Welt natürlich sehr zu begrüßen. Dennoch gibt es hier ein paar Einschränkungen, da der Fitness-Hype bringt auch einige Gefahren mit sich bringt.

Einige Fitnesssportler bewegen sich mehr und mehr in eine Sucht hinein und beginnen, sich physisch und vor allem auch psychisch erheblichen Schaden zuzufügen.

Welche Anzeichen es für eine beginnende Fitnesssucht gibt und welche Tipps dabei befreiend wirken können, soll in diesem Artikel thematisiert werden.

 


 

Anzeichen #1: Hoher Druck und Unzufriedenheit

 

Anzeichen #1: Hoher Druck und Unzufriedenheit
 
Egal ob sportliche Leistung, Karriere oder das reine Aussehen – Wir neigen dazu, uns stets mit anderen zu vergleichen.

Im Fitnessstudio ist dieser Drang nach Vergleich jedoch wesentlich stärker ausgeprägt als in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. Immer wieder wird beim Training nach links und rechts geblickt. Besonders deutlich wird dies bei den männlichen Athleten, bei denen im Fitnesstraining immer auch ein gewisser Wettkampfgedanke mitschwingt. So wird oftmals nicht mehr nur für sich selbst trainiert. Stattdessen stehen derartige Gedanken im Vordergrund:

– Wie viele Klimmzüge schafft der Kerl neben mir?

– Wie viel drücken andere auf der Bank?

– Hab ich bereits einen größeren Armumfang als Athlet XY?

Ähnliches gilt natürlich auch für die weiblichen Studiobesucher, auch wenn hier andere Vergleichskriterien im Vordergrund stehen.

In beiden Fällen kann eine Art lähmender Druck entstehen, wenn sich stets mit anderen Sportlern und Sportlerinnen verglichen wird, die leistungsfähiger oder optisch besser austrainiert sind. Es droht eine permanente Unzufriedenheit aufzukommen, die sich negativ auf die Psyche auswirkt.

Gemeint ist hiermit nicht, dass Trainierende nicht das Ziel haben sollten, sich immer weiter zu steigern und zu verbessern. Dies sollte jedoch mit Blick auf sich selbst geschehen, nicht mit dem Blick auf Andere. Wer ehrgeizig und motiviert für seine Ziele arbeitet, sich selbst in seinen Leistungen voranbringt und dabei wenig auf andere schaut, wird meist nicht nur erfolgreicher sein, sondern im Endeffekt auch glücklicher.

Verstärkt wird der eben beschriebene lähmende Druck  auch von der Social-Media-Welt: Auf Instagram, Facebook und Co. werben Hersteller stets mit austrainierten Top-Athleten und auch die Selbstvermarktung, insbesondere von jungen Frauen hat stark zugenommen. Je besser das Aussehen und die Form, desto mehr „Follower“ und „Likes“ scheint es dafür zu geben.

Und so sind die sozialen Medien mittlerweile randvoll mit austrainierten Männern und Frauen, die sich der Öffentlichkeit präsentieren. Wer viel Zeit in diesen Netzwerken verbringt, verliert sich schnell in dem Glauben, dass jeder andere Sportler und jede Sportlerin heutzutage über so eine Form verfügt und diese zum Standard geworden ist.

Hier darf jedoch der Bezug zur Realität nicht verloren werden. Wer hart und kontinuierlich trainiert und dazu auf seine Ernährung achtet, der hat ebenso Respekt verdient wie Top-Athleten auf Instagram und ist bereits ein Vorbild für die Mehrheit der westlichen Welt, die nach und nach in Übergewicht und Zivilisationskrankheiten zu versinken droht. Es sollte sich bewusst gemacht werden, dass die Realität abseits der sozialen Medien im Bereich von Fitness und Gesundheit eine andere ist.

Es gibt also keinen Grund, sich selbst nicht mehr im Spiegel anblicken zu können, weil sich utopische Vorbilder gesetzt wurden oder man sich von Fitnessgrößen der Social-Media einschüchtern lässt.

 

Was tun bei Druck und Unzufriedenheit?

 

Sei stolz auf das, was du leistest und schaue nur auf dich. Sei zufrieden mit dir selbst und lasse dich von Anderen nicht einschüchtern.

Zufriedenheit ist an dieser Stelle nicht gleichbedeutend mit Bequemlichkeit. Stattdessen solltest du jeden Tag alles für deine Ziele geben, jedoch ohne den Bezug zur Realität und zu dir selbst zu verlieren. Reduziere zudem die Zeit in Social-Media-Netzwerken, wenn du bereits einen inneren Druck verspürst und nutze sie höchstens, um dich im Bereich Training und Ernährung weiterzubilden, wie beispielsweise durch das Lesen von ZONE-Artikeln.

 


 

Anzeichen #2: Training trotz Verletzung & Krankheit

 

Anzeichen #2: Training trotz Verletzung & Krankheit
 
Während des Trainings kann es immer mal wieder zu kleineren Verletzungen kommen. Betroffen sind meist einzelne Gelenke an Schulter, Ellbogen oder Knie. Mal sind auch einzelne Sehnen entzündet, Muskeln verhärtet oder verspannt, sodass beim Training Schmerzen auftreten.

Sportler aus anderen Bereichen machen in diesen Fällen für gewöhnlich eine kurze, aber ausreichende Pause und beginnen anschließend mit dem vorsichtigen Wiederaufbau.

Fitnesssportler neigen jedoch dazu, trotz Verletzungen weiter zu trainieren. Grund hierfür ist die Angst, die antrainierten Zuwächse einzubüßen. Kraftsport ist ein undankbarer Sport, indem Fortschritte ab der ca. dritten Woche ohne Training allmählich wieder zu verschwinden drohen. Da wir diesen Sport jedoch alle so sehr lieb gewonnen haben, fällt es uns oft schwer, bei Verletzungen Zuhause zu bleiben oder ein alternatives Programm zu absolvieren, weil die mühsam herausgebildeten Muskeln natürlich nicht eingehen dürfen.

Wer jedoch das Eisen nicht ruhen lassen kann, obwohl bereits mehrere Gelenke schmerzen oder Sehnen entzündet sind, dem kann der Beginn einer Fitnesssucht attestiert werden. Neben der psychischen Belastung in Form von Angst vor Muskelabbau bringt das Training bei Verletzungen vor allem physische Schäden mit sich. Schmerzende Entzündungen drohen chronisch zu werden, Gelenke reiben ab und werden verschlissen. Im schlimmsten Fall droht sogar das Ende des Trainings mit schweren Gewichten.

 

Was tun bei Verletzungen?

 

Gib deinem Körper die Zeit, die er braucht. Selbst wenn es länger dauern sollte. So muss manchmal ein Schritt zurück gemacht werden, um wieder zwei Schritte nach vorne gehen zu können.

Und was sind ein paar Wochen Pause gegen ein ganzes Leben ohne Krafttraining? Versuche dir diese Dimensionen bewusst zu machen und bleibe bei Verletzungen geduldig. Achte weiter auf deine Ernährung, trainiere um deine Verletzungen herum oder absolviere lediglich ein lockeres Kraftausdauertraining anstelle von harten Maximalkraftsätzen.

Und wenn es dir dein Körper signalisiert, wird dir auch eine Zeit der vollständigen Erholung gut tun, bis du im Anschluss wieder erholt loslegen kannst. Hab daher keine Angst vor Rückschritten und komme nach einer genesenen Verletzung stärker zurück!

 


 

Anzeichen #3: Soziale Isolation

 

Anzeichen #3: Soziale Isolation
 
Trainieren, Essen vorbereiten, kein Alkohol, viel Schlaf – Der Fitnesssport ist ein sehr zeitintensives und an manchen stellen auch gesellschaftsdistanzierendes Hobby. Entgegen vieler Entwicklungen in der heutigen Zeit bemühen wir uns, auf unsere Ernährung zu achten und regelmäßig zum Training zu gehen.

In Kombination mit der Schule, dem Studium oder dem Beruf ist damit bereits ein Großteil des Tages eines Fitnesssportlers eingenommen. Somit muss das soziale Leben gut organisiert sein, um ebenfalls einen ausreichenden Platz im Alltag zu haben. Dies ist in der Regel zwar gut machbar, doch einige Sportlerinnen und Sportler drohen, sich in der Fitnesswelt zu verlieren und sich sozial zu isolieren.

Passen Familien- und Freundestreffen zeitlich nicht in den Trainingsplan oder entspricht das von den sozialen Kontakten gewählte Restaurant nicht den eigenen Ernährungsansprüchen, werden diese Treffen gerne einfach abgesagt. Auf abendlichen Veranstaltungen sind diese Trainierenden ebenfalls nur sehr selten anzutreffen.

Bei Gesprächen verhalten sie sich eher ruhig oder können, beziehungsweise wollen nur noch über das eine Thema reden: Fitness. An dieser Stelle muss darauf geachtet werden, trotz vorbildlichem Trainings- und Ernährungsverhalten nicht in eine solche Isolation zu geraten.

Zwar können sich auch neue Kontakte im Studio ergeben, mit denen es mehr Gemeinsamkeiten gibt, doch gibt es im Leben eines Jeden meist auch noch Kontakte außerhalb der Fitnesswelt, deren Beziehung es sich weiter zu pflegen lohnt.

 

Was tun bei steigender sozialer Isolation?

 

Auch wenn du andere Ziele und Intentionen hast als deine Mitmenschen, suche nicht den Weg der Isolation, sondern vielmehr den der Kommunikation. Gerade wenn deine Art der Ernährung und das viele Training auf Unverständnis in Familien- und Freundeskreisen stößt, versuche zu kommunizieren, warum du all dies machst, wieso es dir wichtig ist und dass du lediglich Verständnis und Akzeptanz dafür einforderst. So wird sich irgendwann niemand mehr wundern, wenn du stets dein eigenes Essen dabei hast, wenig bis gar keinen Alkohol trinkst oder in stressigen beruflichen Phasen einfach das Training umso dringender brauchst und deshalb etwas absagen musst.

Versuche dennoch weiterhin am dem sozialen Leben um dich herum teilzuhaben. Wenn du jahrelang mit guten Freunden auf Feiern unterwegs warst, sage diese nun nicht einfach ab, sondern verbringe einen guten Abend mit ihnen, auch wenn es für dich nur Wasser geben sollte.

Bedenke zudem, dass es auf dieser Welt nicht nur um Fitness geht und versuche weiterhin auch anderen Themen gegenüber offen und interessiert zu sein. Somit ist es möglich, eine soziale Isolation zu vermeiden, solltest du überhaupt gefährdet sein.

 


 

Fazit

 

Fazit
 
Die dargestellten Anzeichen sollten verdeutlichen, wie schnell wir uns in der Fitnesswelt verlieren können. Lähmender Druck, Verletzungstrotz und soziale Isolation sind Anzeichen einer beginnenden Fitnesssucht. Dies ist zweifellos ein sehr hart gewählter Begriff, doch wer sich in der einen oder anderen Ausführung wiedererkannt hat, für den können mehr Lockerheit und Geduld im täglichen Leben befreiend wirken.

Ebenso kann auch etwas Abstand zur Fitnesswelt und damit in erster Linie zu den sozialen Netzwerken sinnvoll sein. Abschließend bleibt zu sagen, dass Training und Ernährung ein großartiger Weg sind, sich physisch und psychisch gesund und stark zu fühlen. Sollte dies jedoch einmal nicht mehr der Fall sein, ist ein kleiner Schritt zurück oder gar ein Neustart empfehlenswert.

In diesem Sinne: Hört auf euch und euren Körper, lasst euch dabei von niemandem unter Druck setzen und arbeitet weiter für euch selbst und eure Ziele.  

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