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Training

5 Dinge, die ich durch einen Marathon gelernt habe

5 Dinge, die ich durch einen Marathon gelernt habe

Bei einer Größe von 1,60 m und besonders kurzen Beinen, bin ich nie davon ausgegangen, dass ich für den Sport gemacht wurde.

Das soll nicht heißen, dass mir die Begeisterung oder der Wettkampfgeist fehlte, es trotz alledem zu versuchen. Ich bin im Laufe der Jahre wettbewerbsfähig gesegelt, habe Netz-, Tennis- und sogar Basketball gespielt, aber meine Schwächen immer darauf zurückgeführt, nicht groß, stark oder schnell genug zu sein. Das ging solange, bis ich mit dem Laufen begonnen habe.

Ich habe vor 3 Jahren mit dem Laufen angefangen, als ich aus der Universität nach Hause zurückkam und nicht ins Fitnessstudio gehen konnte. Nach 3 Wochen lief ich 5 km und etwa 3 Monate später lief ich meine ersten 10 km. Man kann sagen, dass mich das Laufen gefesselt hatte – aber dennoch hatte ich nie daran gedacht, jemals einen Halbmarathon oder gar die vollen 42 km zu laufen.

Was hat sich also innerhalb der nächsten zwei Jahre verändert?

Ich ging weiterhin ins Gym und fing zusätzlich mit dem Radfahren an, doch als ich mich dazu entschloss, einen Marathon zu laufen, war ich dennoch nicht fitter als vorher – Aber was sich verändert hatte, war mein Glaube an meine eigene Leistungsfähigkeit.

Diese Solo-Sportarten haben meine Wahrnehmung bezüglich möglicher Verbesserung und Fortschritt verändert – ich hörte auf, mich mit anderen zu vergleichen, die stärker, größer und schneller als ich waren. Stattdessen fing ich an, mich auf meine eigenen Erfolge zu konzentrieren und darauf, von Tag zu Tag besser zu werden.

Indem ich begann, meinen eigenen Fortschritt als etwas anzusehen, dass es zu feiern gilt, baute ich das nötige Selbstvertrauen für größere Herausforderungen auf. Zudem erkannte ich, dass sich ein guter Läufer nicht zwangsläufig durch eine besondere Körperform oder eine schnelle Rundenzeit definiert.

Ich habe mich im September für einen Marathon angemeldet, im Oktober ernsthaft mit dem Training begonnen und verletzte mich an Weihnachten. Nach einem Monat Pause (und zahlreichen Weihnachtsfestessen), begann ich wieder von vorne mit Läufen, die nur eine Meile (~1,6 km) betrugen.

Nach monatelangem Training und einigen weiteren Rückschlägen (hauptsächlich Knieschmerzen und Wutanfälle darüber, dass ich im Schnee laufen musste), schaffte ich es endlich an den Start – von dem ich im Leben nicht dachte , dass ich jemals dort stehen würde – und kam dann auch bis ins Ziel.

Was ich von meinem ersten (und möglicherweise letzten) Marathon gelernt habe…

  1. Ich verstehe mich selbst viel besser, als vorher
  2. Es wird wehtun
  3. Erwarte kein bestimmtes Gefühl
  4. Es gibt wunderbare Leute in der Welt
  5. Du fühlst dich danach etwas verloren
  6. Endlich im Ziel und mit meiner Medaille!

Ich verstehe mich selbst viel besser, als vorher

5 Dinge, die ich durch einen Marathon gelernt habe


Mein Gehirn ist unglaublich pessimistisch veranlagt. Als ich mit 3 km-Distanzen begann, flehte mich mein Gehirn an, aufzuhören. Als ich 10 Meilen-Läufe (~16 km) absolvierte, schrie es mich an zu stoppen – und manchmal tat ich das auch. Das war es. Lauf vorbei.

Beim Marathon war ich auf jeden negativen Gedanken vorbereitet, mit dem mich mein Gehirn konfrontieren konnte. Ich wusste, es würde sich bei 20 Meilen (~32 km) zu Wort melden, da dies meine bisher weiteste Distanz war. Allerdings war ich gut mit meiner größten Waffe darauf vorbereitet – mir selbst.

Davor war ich vielleicht nur 20 Meilen gelaufen, aber ich hatte es auch von verletzungsbedingten 0 Meilen auf 20 Meilen in nur drei Monaten geschafft. Ich konnte für mehr als eine Stunde laufen. Der schwerste Teil bestand darin, mein Gehirn zu überzeugen.

Ich weiß, es hört sich komisch an, die “Gedanken meines Gehirns” von “meinen eigenen Gedanken” zu separieren, aber so konnte ich die instinktiven “Hör auf zu laufen, du verletzt dich”-Gedanken definieren und kategorisieren, sowie mit bedachten und positiven Antworten, wie z.B. “Schau‘, wie stark du bist – du kannst weitermachen” zurückschlagen. Es gab mir etwas, wogegen ich kämpfen konnte, dass nicht ich selbst war.

Der schwerste Kampf, den du während der gesamten Strecke absolvieren wirst, ist der Kampf gegen dich selbst: Schmerz oder kein Schmerz ist, was darüber entscheidet, ob du aufhörst oder weitermachst. Das Wichtigste ist, in der Lage zu sein, negative Gedanken zu erkennen und sie mit positiven zu bezwingen.

Es wird wehtun

Je schneller du darüber hinwegkommst, desto besser. Es dauerte eine Weile, bis ich nicht mehr komplett ausrastete, wenn etwas ein bisschen Schmerzen verursachte – aber es ist selten so schlimm, wie man denkt. Bei Meile 14 (~22,5 km) meines Marathons verfiel ich in leichte Panik, weil ich dachte, dass alles vorbei wäre, da mein „schlechtes Knie“ wieder anfing stark zu schmerzen. Bei Meile 16 (~25,75 km) tat es das nicht mehr. Erstaunlicherweise tat es auch in den nächsten drei Tagen nach dem Marathon nicht mehr weh.

Wenn du stundenlang läufst, dann kann es passieren, dass sich deine Gedanken an jedem kleineren Schmerz aufhängen. Indem ich mein Bewusstsein so gut wie möglich auf die Außenwelt richtete, rückte der Schmerz in den Hintergrund (verglichen mit dem, was ich sonst so durchlebte).

Ich sage nicht, dass du eine ernsthafte Verletzung ignorieren sollst, aber es lohnt sich, wenn man sich selbst hinterfragt, ob es wirklich so schlimm ist, wie dir dein Gehirn zu denken gibt. Außerdem kannst du dich danach für Wochen ausruhen, also kannst du es dir leisten, es ein wenig mehr zu pushen. Denk‘ stets daran: Es gibt Leute, die haben mit gebrochenen Knochen einen Marathon absolviert und ihn auch überlebt…

Aufgenommen, als ich bei 14 Meilen (~22,5 km) an meine Schmerzgrenze gelangte und wollte, dass es vorbei war….

Erwarte kein bestimmtes Gefühl

Bevor ich den Marathon gelaufen bin, haben ein paar Leute versucht mir zu erzählen, wie es sein und wie ich mich fühlen würde. Ich habe alles gehört – angefangen bei “das unglaublichste Gefühl”, bis hin zu “das Schwerste, was ich jemals gemacht habe – erwarte nicht, irgendetwas davon zu genießen.”

Was ich gelernt habe, ist, dass es eine sehr persönliche Erfahrung ist, die mich mit einem ganzen Wirrwarr an Emotionen zurückließ. Ich denke, es spielt eine große Rolle, warum du läufst, ob du allein läufst und wie dein Körper damit umgeht.

Am Start entschied ich, dass meine Zielzeit nicht so wichtig ist, wie das Vergnügen, weshalb ich meine Aufmerksamkeit auch darauf lenkte. Es gab einige schwere Momente, aber ich lief so weit wie möglich (mit einem Lächeln auf den Lippen).

Die überraschendste Emotion traf mich ungefähr in der Mitte der Strecke, als ich bemerkte, dass ich nicht daran denken konnte, ins Ziel zu kommen, ohne dass mir die Tränen kamen und ich nicht mehr atmen konnte. Ich hatte das Gefühl, dass sich meine Kehle zuschnürte und dass ich keine Luft mehr in meine Lungen kriegen konnte – nicht besonders gut und insbesondere dann nicht, wenn du gerade einen Marathon läufst.

Ich kann mir das Ganze nur so erklären, dass ich komplett überwältigt gewesen bin. Ich hatte meinen Spaß, war stolz auf meinen Körper und meine mentale Stärke – erleichtert, dass ich nach der Verletzung noch einen solchen Lauf absolvieren konnte. Gleichzeitig hatte ich Schmerzen und trieb mich selbst zu etwas an, dass mich gefühlt an meine physischen und mentalen Grenzen brachte.

Wenn dir ein anderes Gefühl einfällt, das es besser zusammenfasst, dann lass es mich bitte wissen, aber ich denke nicht, dass es genug Worte gibt, um das Gefühl zu beschreiben, welches dir eine so weite Laufstrecke beschert – und erst die Atmosphäre bei einem solchen Event!

Es gibt wunderbare Leute in der Welt

Ich lief für einen guten Zweck und konnte mich bereits über die Großzügigkeit und Unterstützung meiner Familie und Freunde freuen. Worauf ich nicht vorbereitet war, war die Liebe und Unterstützung, die ich von völlig Fremden während des Marathons erhielt.

Es hätte nicht so viel Spaß gemacht und ich hätte nicht so eine gute Leistung ohne die Leute erzielt, die am Straßenrand standen und die Läufer angefeuert haben. Diese Menschen haben nichts zurückbekommen, außer ein atemloses “Danke”, aber sie haben mir immer weiter auf den nächsten Streckenabschnitt geholfen. Und sie haben mich daran erinnert, dass ich eine atemberaubende Leistung erbrachte, als ich es selbst nicht konnte.

Du fühlst dich danach etwas verloren

Die Zeit nach dem Marathon kann etwas enttäuschend sein. Es erstreckt sich von dem Moment, indem Leute deinen Namen jubeln, zum Festmahl deiner Träume und über ein Hochgefühl – Dank des Endorphinrausches – bis hin zum erschöpften Einschlafen vor dem Fernseher um 20 Uhr, während dir alles weh tut.

Ich ignoriere hier die verrückten Leute, die sich eine Nacht zuvor für den Marathon angemeldet haben und konzentriere mich auf die Läufer, die sich monatelang für diesen Event trainiert haben. Jeder von uns hat seine Abende und Wochenenden darauf verwendet, um Laufen zu gehen. Wir haben Stunden im strömenden Regen und beißender Kälte verbracht – nur um diese 42 km zu laufen.

Und plötzlich ist alles vorbei … es gibt nichts mehr, um die Abende zu füllen oder wofür es sich zu trainieren lohnt. Ich verstehe einfach nicht, wie Menschen – nur ein paar Tage nachdem alles vorbei ist – süchtig nach Marathons werden können. Es geht darum, sich selbst eine neue Herausforderung zu geben und darauf hinzuarbeiten.

Ich werde mich noch nicht für einen weiteren Marathon anmelden, aber ich habe wieder mit dem Radfahren begonnen und mich für ein Rad-Event im nächsten Monat angemeldet. Wenn du einen Marathon laufen kannst, dann denke an all die anderen coolen Sachen, die du machen kannst. Lass dich durch das Tief am Ende einer Sache nicht davon abhalten, eine Andere zu beginnen.

Endlich im Ziel und mit meiner Medaille!


Vielleicht konntest du etwas darüber lernen, was man von seinem ersten Marathon erwarten kann oder vielleicht hast du auch nur eine Menge über eine kleine Frau gelernt, die (immer noch beinahe) das Laufen liebt.

Wie auch immer – hoffentlich hilft es dir zu verstehen, dass ein Marathon definitiv nicht das Schlimmste sein muss, was du jemals gemacht hast. Erinnere dich daran: Du hast für den Startplatz bezahlt, also kannst du auch dafür sorgen, dass er sein Geld wert ist – und es vor allem genießen.

Schlag‘ dein Gehirn, sei positiv und bleib‘ nicht stehen, bis du im Ziel bist. Du schaffst das!

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Evangeline Howarth

Evangeline Howarth

Autor und Experte

Bereits in jungen Jahren nahm Evangeline im Wettkampfsport teil. Als qualifizierter RYA Beiboot Instructor versteht sie die Wichtigkeit einer vernünftigen Ernährung, um genug Energie im Extrem- und Ausdauersport zu haben, insbesondere aufgrund ihrer Erfahrung in britischen Olympioniken-Team und als Kapitän und Coach ihres Universitätsteams.

In ihrer Freizeit liebt es Evangeline laufen zu gehen - insbesondere Marathon. An Wochenenden praktiziert sie oft Wassersportarten oder genießt das Wandern. Ihre Lieblingsabende verbringt sich mit HIIT Einheiten oder Kniebeugen im Gym, bevor sie gut gewürzte Gerichte mit einer Menge Gemüse isst - yum!

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